Der Süden & Florida

Mit dem Bürgerkrieg vor 150 Jahren hatte sich der Traum der Plantagenbesitzer von einem eigenen Staat zerschlagen, doch etwas Besonderes ist der Südosten auch heute noch. Mit den Landschaften des Mississippi Delta, in dem noch immer Baumwolle angebaut wird, mit den südlichen Appalachen, in denen die Cheerokee in einem großen Reservat leben, mit dem Spanish Moss, das dekorativ in den Bäumen hängt, mit den Schlachtfeldern des Bürgerkrieges, die noch immer sorgsam gepflegt werden, oder mit Jazz, Blues und Gospel, die wie auch die schwarze Bürgerrechtsbewegung hier ihren Ursprung haben.

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West Virginia & Virginia

West Virgina nennt sich auch Mountain State. Unter vielen Bergen und Hügeln ist Kohle verborgen, in einigen Gebieten vor dem Zugriff der Minengesellschaften geschützt, die anderswo im Tagebau halbe Berge abtragen. Schäumende Wildwasserflüsse, Wanderwege und Klettersteige machen den Bundesstaat, der sich einst wegen Ablehnung der Sklaverei während des Bürgerkrieges von Virginia lossagte, zum Paradies für Outdoor-Enthusiasten.


Das östlich benachbarte Virginia erstreckt sich von den Appalachen bis zum Atlantik. In den Bergen locken die traumhaft schönen Bergketten des Shenandoah National Parks, es folgen das leicht hügelige Piedmont Plateau, die Marschlandschaften an der Chesapeake Bay und die Atlantikstrände. In Williamsburg, Jamestown und Yorktown wird koloniale Geschichte gepflegt. Die Universität in Charlottesville, von Thomas Jefferson gegründet, zählte auch Edgar Allan Poe zu ihren Studenten.

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Kentucky & Tennessee

Kentucky und Tennessee liegen westlich des Gebirgskamms der Appalachen und reichen bis zum Mississippi River. Whiskey wird hier gebrannt und im Mai blickt die Pferdewelt seit 1875 nach Louisville, wo die besten Dreijährigen beim Kentucky Derby aufeinandertreffen. In Tennessee spielt Musik die Hauptrolle. Nashville gilt als unbestrittenes Zentrum der Country Musik, in Memphis hat einst ein junger Musiker namens Elvis Presley dem Rock ’n’ Roll zum Durchbruch verholfen und Chattanooga hat Glen Miller mit seiner Big Band und dem Swing-Titel vom Chattanooga Choo Choo auf die musikalische Landkarte gebracht.

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Tiefer Süden

Louisiana, Mississippi und Alabama gehören zum tiefen Süden. Auf seinen endlosen Baumwollfeldern ist der Blues entstanden. Der Blues Highway in Mississippi verbindet nicht weit vom großen Fluss wichtige Erinnerungsorte dieser uramerikanischen Musik. Eine andere Straße, der Natchez Trace Parkway, führt auf der Trasse eines alten indianischen Weges mit einer werbefreien Panoramastrecke von Natchez im südwestlichen Mississippi bis nach Nashville in Tennessee.

Die Golfküste von Mississippi mit ihren breiten Stränden hat mit diversen Spielkasinos eine zusätzliche Attraktion erhalten, die der Region zu weiterem wirtschaftlichem Auftrieb verhelfen soll.

Das ländliche Alabama ist nur wenigen bekannt. Doch von Huntsville im Norden des Bundesstaates, der Wirkungsstätte des deutschen Forschers Wernher von Braun, der hier an der Entwicklung von Weltraumraketen, wie der Saturn arbeitete, haben schon viele gehört. Im US Space & Rocket Center kann man die Geschichte der US-Weltraumerkundung verfolgen.

Auch Louisiana gehört zu den weniger bekannten Reisezielen in den USA. Auf seine größte Stadt, New Orleans, trifft dies allerdings nicht zu. Die Schönheit an einer Biegung des Mississippi hat sich überwiegend vom verheerenden Hurrikan Kathrina erholt und präsentiert sich in ihrem historischen Zentrum, dem French Quarter und dem Garden District, wie neugeboren. Jazz spielt in der Stadt von Louis Armstrong, Winston Marsalis und Trombone Shorty die Hauptrolle, gleich gefolgt von den würzigen Kreationen der französisch inspirierten kreolischen und Cajun-Küche. Ein Ausflug lohnt auch in das alte Siedlungsgebiet der Cajun rund um Lafayette, wo die französische Sprache noch immer eine wichtige Rolle spielt.

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North & South Carolina

Auch North und South Carolina sowie Georgia entlang der Atlantikküste gehören zum Herzen der Südstaaten. North Carolina galt einst als Zentrum der amerikanischen Tabakindustrie, mit ausgedehnten Tabakfeldern und Zigarettenfabriken in Winston-Salem und anderswo. Die bewaldete Bergkette der Appalachen, auf deren Kamm sich der Blue Ridge Parkway bis zum Naturparadies des Great Smoky Mountains National Parks nach Süden zieht, und die Outer Banks, eine Kette schmaler, vorgelagerter Ferieninseln am Atlantik, gehören zu den ganz besonderen Naturschönheiten des Bundesstaates. In den Dünen von Kill Devil Hills haben die Gebrüder Wright 1903 mit einem selbstgebauten Flugapparat den ersten motorisierten Hüpfer der Fluggeschichte unternommen. Im angrenzenden South Carolina gehört die Küstenregion um Charleston und Beaufort zu den Hauptattraktionen. Von Eichen gesäumte Zufahrten führen zu Plantagenvillen der Bürgerkriegszeit, die inzwischen in manchem Südstaatenfilm eine Hauptrolle gespielt haben. Charleston selbst zählt mit seiner historischen Innenstadt und den vielen exzellenten Restaurants zu den attraktivsten Städten des Südens. Herrliche Strände machen Inseln wie Hunting Island, Kiawah oder Hilton Head zu beliebten Urlaubsorten.

Gleich südlich der Grenze zu Georgia liegt Savannah, mit seiner schachbrettartig um beschauliche Plätze angelegten und fußgängerfreundlichen Innenstadt sowie rund 1.000 erhaltenen Antebellum-Häusern ein Stadtjuwel der Südstaaten. Die Powerstadt Atlanta, gleichzeitig die Kapitale von Georgia, beeindruckt mit turmhohen Wolkenkratzern, reichem Kulturleben und einem Nationalpark rund um die frühere Gemeinde des Bürgerrechtlers Martin Luther King. Vor der Atlantikküste laden Inseln, wie Jekyll oder Cumberland Island zu ausgedehnten Strandspaziergängen ein.

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Florida

Die Halbinsel Florida ist an drei Seiten vom Wasser des Atlantischen Ozeans und des Golfs von Mexiko umgeben. Der Norden des Bundesstaates hat mit seinen Erdnuss- und Baumwollfeldern sowie alten Plantagenvillen noch am ehesten Ähnlichkeit mit den Südstaaten. Doch spätestens in Orlando gehen die Uhren anders. Mehr als 80 Millionen Urlauber aus den USA und der ganzen Welt besuchen vor allem die Vergnügungsparks rund um Orlando und die langen Sand- und Muschelstrände entlang der Küsten.


Miami Beach, Fort Lauderdale, Palm Beach und Daytona Beach gehören zu den beliebtesten Hot Spots entlang der Ostküste, im Westen lockt eine Kette von Urlaubsorten von Clearwater Beach über Sarasota und Sanibel bis Marco Island. Dazu kommen der tropische Everglades National Park, der die gesamte Südspitze von Florida einnimmt, und die über den Overseas Highway verbundene Inselkette der Florida Keys, die weit in den Golf von Mexiko hineinreicht. Das Kennedy Space Center am Cape Canaveral, bis 2011 auch Startplatz der Space Shuttles, ist zu einem Informationszentrum rund um die Raumfahrt ausgebaut. Seine koloniale Vergangenheit zeigt Florida vor allem in St. Augustine, der ehemaligen Hauptstadt von Spanisch-Florida im Nordosten. Die Großstadt Miami bietet eine interessante Kulturszene: Jedes Jahr im Dezember trifft sich dort die Spitze der Kunstwelt zu einer der wichtigsten Messen zeitgenössischer Kunst, der Art Miami

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