Rocky Mountains

Hoch Hinaus

Die majestätische Bergwelt der Rockies steckt voller Naturschönheit, auch abseits des wohl berühmtesten Nationalparks, dem Yellowstone. Von den Dakotas über Colorado, Wyoming und Montana bis nach Idaho.

Wie die scharfen Zähne eines gewaltigen Haifisches erheben sich die schroffen Gipfel im Grand Teton National Park in Wyoming. Alle Gipfel sind über viertausend Meter hoch, wirken aber wegen ihrer steilen Hänge wesentlich höher. Am eindrucksvollsten präsentieren sich der Grand Teton und der Mount Moran. Zwischen den Gipfeln sind die weißen Flecken der Gletscher zu erkennen.

Bereits am 1. März 1872 unterzeichnete US-Präsident Ulysses S. Grant die Yellowstone Park Act und bestätigte ein riesiges Gebiet im nordwestlichen Wyoming als ersten Nationalpark der Welt. Innerhalb der Parkgrenzen ist die Erde in Aufruhr. Der Grand Canyon of the Yellowstone und die blubbernden Geysire erinnern an drei Vulkanausbrüche in prähistorischen Zeiten. Über dreihundert Geysire und heiße Quellen gibt es im Park. Am bekanntesten wurde „Old Faithful“, der Verlässliche, weil seine eindrucksvolle Fontäne in regelmäßigen Abständen (ca. alle 70 Minuten) aus der heißen Erde schießt.

rmi-realamerica.de

Der Wilde Westen lebt

Der Wilde Westen lebt in Cheyenne, besonders während der letzten Juli-Woche, wenn die „Frontier Days“, ein neun Tage währendes Rodeo, viele tausend Besucher anlockt. In Cody erinnern restaurierte Häuser an den Wilden Westen, besonders aber das Buffalo Bill Historical Center über die Pionierzeit und den legendären Buffalo Bill Cody, dem auch eine große Statue gewidmet ist.

Colorado

Denver, die größte Stadt der Rocky Mountains, liegt in Colorado. Ihre Existenz hat sie dem Goldrausch von 1858 zu verdanken. Die Innenstadt von Denver wird vom Kapitol überragt, dessen Kuppel mit einer dünnen Schicht des Edelmetalls überzogen ist. Auf der fünfzehnten Stufe steht man genau eine Meile über dem Meeresspiegel. Am südlichen Rand des davor liegenden Civic Center Parks erhebt sich der zehnstöckige Bau des Denver Art Museum. Einen Häuserblock weiter westlich schützen dicke Backsteinmauern die United States Mint, die staatliche Münze, ein stattliches Gebäude, das dem Palazzo Riccardi in Florenz nachempfunden wurde. Jährlich werden dort fünf Milliarden Münzen geprägt.

Den entscheidenden Anschub, die ehemalige Goldgräberstadt Aspen in ein Wintersportzentrum nach europäischem Vorbild zu verwandeln, gab ausgerechnet die Armee. Sergeant Friedl Pfeifer, in Österreich geboren und als Skilehrer im Sun Valley angestellt, organisierte ein Manöver am Red Mountain, verliebte sich in die Gegend und eröffnete eine Skischule am Aspen Mountain. Der Pulverschnee, trocken wie Champagner, rasante Abfahrten, und die romantische Umgebung locken bis heute viele Wintersportler in die Skiorte Colorados.

Colorado Vail

In Idaho zogen riesige Silbervorkommen die Siedler an. In der Geisterstadt Silver City stehen noch heute Gebäude aus dieser Zeit. Damals war Silver City eine der bedeutendsten Städte des Idaho-Territoriums, rühmte sich als erste Stadt in Idaho eines Telegrafen und der ersten, täglich erscheinenden Zeitung, und bereits um 1880 gab es ein Telefon.

Heute zieht es vor allem Naturliebhaber nach Idaho, in die östlich von Boise gelegene Sawtooth Range mit ihren malerischen Tälern und Wiesen und zum Snake River an der Grenze nach Oregon. In der Hells Canyon National Recreation Area liegt die tiefste, durch einen Fluss gebildete Schlucht der Vereinigten Staaten.

Vom Yellowstone National Park führt der Highway 191 durch den Beaverhead National Forest nach Montana hinein. „The Big Sky“ nennen die Amerikaner diesen Staat, weil das Land dort weiter ist und der Himmel keine Grenzen kennt. Vor allem im südlichen Teil des Bundesstaates stößt man auf die Spuren eines Booms, der durch zahlreiche Gold-, Silber- und Kupferfunde im 19. Jahrhundert ausgelöst wurde. Geisterstädte wie Bannack, Virginia City und Nevada City erinnern noch heute an diese Zeit.

Montana - Glacier National Park

Das nördliche Montana beeindruckt mit ungezähmter Wildnis und Wäldern. Nicht weit von der Hauptstadt Helena liegen die romantische Universitätsstadt Missoula und der malerische Flathead Lake. Der Glacier National Park mit seinen schneebedeckten Gipfeln, weiten Gletschern und einsamen Seen reicht bis zur kanadischen Grenze. In Browning trifft man die Nachfahren der Blackfeet-Indianer beim großen Pow-wow.

colorado.com

Durch die heiligen Berge der Sioux

In South Dakota führt der Highway durch die Black Hills, die heiligen Berge der Sioux-Indianer. Rapid City ist eine eher beschauliche Kleinstadt mit dem hervorragenden Journey Museum, in dem man auf fantasievolle Weise über die Kultur der Indianer informiert wird. Hektisch geht es in Deadwood zu, der einstigen Goldgräberstadt und Heimat des Revolvermarshals Wild Bill Hickock. Im Saloon No. 10, den man heute noch besuchen kann, wurde er erschossen.

Von 1927 bis 1941 hämmerte und sprengte der Bildhauer Gutzon Borglum die monumentalen Köpfe der Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln aus einem Granitberg.

Südlich von Rapid City steht das größte Denkmal der amerikanischen Demokratie: Mount Rushmore. Von 1927 bis 1941 hämmerte und sprengte der Bildhauer Gutzon Borglum die monumentalen Köpfe der Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln aus einem Granitberg. Die Arbeiten am Crazy Horse Memorial, der überlebensgroßen Statue des legendären Sioux-Häuptlings, werden sich noch Jahrzehnte hinziehen.

In North Dakota erinnert die raue, schöne Prärielandschaft im Theodore Roosevelt National Park an den Cowboy-Präsidenten. Ein weiteres beliebtes Naturziel in diesem dünn besiedelten Staat ist der Lake Sakakawea.

„Bismarck“, der Name der Hauptstadt, sollte übrigens deutsche Siedler anlocken. Erst weiter nordwestlich, jenseits der Hochprärie, verlieren sich die weiten Ebenen in den Ausläufern der Rockies.

ndtourism.de

Alle Staaten der Region