Wer in Virginia übernachtet, hat die Wahl weit über das klassische Hotelzimmer hinaus. Der Bundesstaat bietet eine Fülle an Häusern, die kaum unterschiedlicher sein könnten: manche mit jahrhundertealter Geschichte, manche gerade erst eröffnet, jedes mit einem ganz eigenen Platz in der Landschaft, den es so kein zweites Mal gibt. Wie breit dieses Spektrum ist, zeigen die folgenden fünf ausgezeichneten Unterkünfte.
Glamping für romantische Getaways
Ab Januar 2027 lassen sich bei
Camp Yellow Cardinal die ersten Übernachtungen buchen. Das rund 25 Hektar große Gelände liegt nahe Farmville in Prince Edward County, eine halbe Autostunde von Richmond entfernt. Geplant sind insgesamt zwölf Kuppelzelte, wovon zunächst sechs entstehen, jedes mit rund 28 Quadratmetern und damit groß genug für Kingsize-Bett, Kitchenette und Holzofen. Tagsüber lockt der nahe High Bridge Trail, ein rund 50 Kilometer langer Rad- und Wanderweg entlang einer stillgelegten Bahntrasse, dessen namensgebende Brücke im April 1865 Schauplatz eines der letzten Gefechte vor General Lees Kapitulation in Appomattox war. Abends spielt sich das Leben dann direkt vor der eigenen Kuppel ab, im privaten Whirlpool und an der dazugehörigen Feuerstelle, unter einem der klarsten Sternenhimmel Virginias. Das Konzept ist explizit auf Erwachsene und Zweisamkeit ausgelegt.
Ein Stallplatz gehört hier zum Zimmerservice
Mitten in Virginias Pferde- und Weinregion Loudoun County, etwa eine Autostunde von Washington, DC entfernt, liegt das
Salamander Middleburg, das erste Forbes-Five-Star-Resort in der US-Hauptstadt-Region. Die 168 Zimmer verteilen sich über ein rund 140 Hektar großes Anwesen mit Spa, Pool und einem Putting Green. Für eine Runde Golf steht Gästen die Mitgliedschaft im benachbarten Club Creighton Farms offen. Was das Salamander aber wirklich von anderen unterscheidet, ist das Equestrian Center: ein rund 1.300 Quadratmeter großer Stall mit 22 Boxen und neun Paddocks, dessen Pferde für geführte Ausritte und Reitstunden gesattelt werden können. Wer möchte, kann auch sein eigenes Pferd mitbringen und es für die Dauer des Aufenthalts dort unterbringen lassen. Diejenigen, die sich noch nicht an die großen Vierbeiner heranwagen, können sich mit Cupcake anfreunden, dem Zwergpony des Hauses. Es steht freitags und samstags auf dem Grand Lawn zum Streicheln und Fotografieren bereit.
Schlummern zwischen den Reben
Fünfzig Jahre wird
Barboursville Vineyards in diesem Jahr alt, eines der ungewöhnlichsten Weingüter Virginias. Direkt neben den Rebstöcken stehen die Ruinen eines Herrenhauses, das Thomas Jefferson persönlich für seinen Freund, Gouverneur James Barbour, entworfen hatte, bis es am Weihnachtstag 1884 bis auf die Grundmauern niederbrannte. Was das Feuer verschont hat, sind zwei kleinere Nebengebäude, in denen Barbour schon wohnte, bevor der Hauptbau überhaupt fertig war. Heute dienen sie als Gästehäuser: das 1804 Inn und das kleinere Cottage. Wer dort übernachtet, kann morgens durch die Ruinen spazieren, später an einer geführten Weinprobe teilnehmen und abends im italienischen Restaurant Palladio den Octagon probieren, eine mehrfach ausgezeichnete Bordeaux-Cuvée, die einst eigens zum 20. Jubiläum des Weinguts kreiert wurde.
Ein Bett, wo sonst nur Vögel nisten
Im äußersten Südwesten Virginias, in den Blue Ridge Mountains bei Meadows of Dan, liegt das
Primland Resort, Teil der Auberge Resorts Collection. Auf dem 4.800 Hektar großen Areal wohnen Gäste wahlweise in der Lodge oder einem der Fairway Cottages, beide mit kurzen Wegen zum preisgekrönten Highland Course, einem 18-Loch-Golfplatz nach einem Entwurf von Donald Steel, sowie zum Observatorium, das zu den größten im Osten der USA zählt. Absoluter Höhepunkt aber sind die drei Baumhäuser hoch über der Schlucht des Dan River, der sich von hier aus weiter Richtung North Carolina schlängelt: aus rotem Zedernholz gebaut, messen die Zimmer in den Wipfeln 35 bis 40 Quadratmeter, jedes mit eigenem Bad, Kingsize-Bett und einem weitläufigen Holzdeck zwischen den Baumkronen. Für die Anfahrt braucht es ein Allradfahrzeug oder das hauseigene Shuttle. Einmal oben, muss man die Ruhe zwischen den Baumkronen kaum verlassen: Morgens bringt das Personal das Frühstück direkt vors Baumhaus, abends serviert es auf Wunsch das Dinner mit derselben Sorgfalt wie im Restaurant Elements. Nachts wird das Holzdeck zur privaten Aussichtsplattform für die Sterne.
Der Bahnhof, der zum Gästehaus wurde
The Depot Lodge liegt im äußersten Westen Virginias, in Paint Bank, einem Dorf mit rund 150 Einwohnern, so abgeschieden, dass Mobilfunk hier kaum funktioniert. Zur Auswahl stehen ein restauriertes Bahnhofsgebäude von 1910, ein alter Caboose, der Mannschaftswagen, der früher das Ende amerikanischer Güterzüge markierte, oder ein silbern glänzender Airstream, der legendäre US-Wohnwagen mit dem charakteristischen Aluminium-Look. Dazu kommen klassische Zimmer, Cottages und drei aufwendig ausgestattete Glamping-Zelte mit Kingsize-Bett, Kamin und eigenem Bad. Der Caboose steht nur wenige Schritte von Potts Creek entfernt, bei geöffnetem Fenster schläft man dort zum Plätschern des Wassers ein. Der Gebirgsbach, den die Behörden mehrmals im Jahr mit Regenbogen- und Braunforellen besetzen, ist quellgespeist und kristallklar. Angelausrüstung dafür gibt es im Paint Bank General Store direkt gegenüber. Nur wenige Schritte weiter liegt außerdem das Restaurant Swinging Bridge mit deftiger Küche der Region.