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Beste Reisezeit
Angenehme Temperaturen in Mai, Juni, September und Oktober.
Must-Sees
Chicago, Route 66, Springfield, Great Rivers County, Starved Rock State Park, Six Flags Great America
Sumpflandschaften wie in den Südstaaten, ein Gefängnis aus Hollywood-Filmen, die Wiege moderner Architektur: Zehn Orte zeigen, wie vielseitig der Bundesstaat abseits der Metropole Chicago wirklich ist.
Letzte Änderung 09.10.2026
Chicago zählt zu den beliebtesten Metropolen der USA und wurde von den Lesern von Condé Nast Traveler bereits zum neunten Mal in Folge zur „Best Big City in the U.S.“ gewählt. Für viele internationale Reisende erschöpft sich das Bild von Illinois jedoch in der Skyline der Metropole und dem Startpunkt der Route 66. Dabei hat der Bundesstaat abseits davon einiges zu bieten. Er vereint Naturschutzgebiete im Süden, historische Kleinstädte im Nordwesten und bedeutende Architektur in Orten wie Oak Park und Wilmette. Wer sich Zeit für die Regionen fernab der Skyline nimmt, findet Landschaften und Geschichten, die faszinieren. Galena: eine der schönsten Kleinstädte des Mittleren Westens. Im äußersten Nordwesten von Illinois hat sich Galena seinen historischen Charakter nahezu vollständig bewahrt. Rund 62 Prozent der Stadt liegen innerhalb eines National Register Historic District, geprägt von Gebäuden aus den 1850er Jahren. Herzstück ist die Main Street, gesäumt von kleinen Boutiquen, Bourbon-Destillerien und familiengeführten Restaurants in historischen Backsteingebäuden, die noch heute kleine Einblicke in die Geschichte der ehemaligen Bergbaustadt geben. Abseits des Zentrums warten abwechslungsreiche Aktivitäten in der Natur, von Wanderungen mit Ziegen über Ziplines über die Baumwipfel bis hin zu Kanutouren auf dem Galena River. Im Sommer lockt das Great Galena Balloon Race, im Winter laden die umliegenden Hügel zum Schneeschuhwandern ein.
Galena in Illinois (c) Courtesy of the Illinois Office of Tourism
Anderson Japanese Gardens: Ruhe nach japanischem Vorbild. In Rockford, im Norden von Illinois, erstreckt sich auf gut 11 Hektar eine Gartenanlage, die seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den hochwertigsten japanischen Gärten Nordamerikas zählt. Teehäuser, Koi-Teiche und sorgfältig angelegte Wasserläufe prägen das Gelände, gestaltet nach den Prinzipien traditioneller japanischer Gartenkunst. Jeder Stein und jede Pflanze folgt dabei einer bewussten Komposition, die zum langsamen Gehen und Verweilen einlädt.
Anderson Japanese Garden (c) Courtesy of the Illinois Office of Tourism.jpg
Baha'i House of Worship: architektonisches Wahrzeichen am Michigansee. In Wilmette, nördlich von Chicago, steht der einzige Baha'i-Tempel Nordamerikas und zugleich der älteste erhaltene weltweit. Zwischen 1912 und 1953 erbaut, erhebt sich seine Kuppel rund 41 Meter über den Hauptsaal, der neun Eingänge, neun Nischen und neun Brunnen zählt – eine Symbolik, die sich durch die gesamte Architektur zieht. Das Gebäude gilt als National Historic Landmark und zieht jährlich mehrere Hunderttausend Besucher an, unabhängig von deren religiöser Zugehörigkeit. Umgeben von den Stränden des Lake Michigan, gepflegten Parks, historischen Wohnvierteln und den charmanten Orten der Chicago North Shore bietet Wilmette ein kulturelles Erlebnis in ruhiger Atmosphäre, nur wenige Fahrminuten von Downtown Chicago entfernt.
Frank Lloyd Wright Historic District: Wiege des Prairie Style. In Oak Park, direkt vor den Toren Chicagos, entwickelte der Architekt Frank Lloyd Wright, einer der einflussreichsten Baumeister des 20. Jahrhunderts, zwischen 1889 und 1909 in seinem Wohn- und Arbeitshaus den Prairie Style. Der Baustil brach mit der europäisch geprägten Architektur seiner Zeit und prägte die amerikanische Architektur nachhaltig. Heute beherbergt der historische Bezirk mit mehr als 25 Gebäuden die weltweit größte Konzentration öffentlich zugänglicher Bauwerke Wrights. Entlang des offiziellen Frank Lloyd Wright Trail lassen sich zwölf seiner Werke auf einer Rundtour entdecken, darunter drei UNESCO-Welterbestätten. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt das Geburtshaus von Ernest Hemingway, das dem Viertel eine zweite literarische Dimension verleiht.
Old Joliet Prison: Geschichte hinter Gittern. Direkt an der historischen Route 66 in Joliet liegt das Old Joliet Prison. Von 1858 bis 2002 war das Gefängnis stolze 144 Jahre lang in Betrieb. Heute lässt sich das Gelände auf eigene Faust oder im Rahmen geführter Touren erkunden, die durch das West Cell House und die Speisesäle führen. Bekannt wurde der Ort auch durch Filmproduktionen wie „Blues Brothers" und die Serie „Prison Break", ein Umstand, der dem historischen Gemäuer eine zusätzliche popkulturelle Anziehungskraft verleiht.
Springfield: auf den Spuren Abraham Lincolns. Abraham Lincoln, der 16. Präsident der Vereinigten Staaten und zentrale Figur der Abschaffung der Sklaverei während des Amerikanischen Bürgerkriegs, verbrachte einen Großteil seines Lebens in Springfield, bevor er 1861 ins Weiße Haus einzog. Heute gilt die Hauptstadt von Illinois als eines der wichtigsten Zentren amerikanischer Präsidentengeschichte: Sechs bedeutende Lincoln-Stätten liegen fußläufig in der Innenstadt von Springfield. Darunter die Lincoln Home National Historic Site, sein einziges Wohnhaus, das er je besaß, die Abraham Lincoln Presidential Library and Museum sowie seine letzte Ruhestätte auf dem Oak Ridge Cemetery.
Cahokia Mounds: die größte präkolumbische Stadt nördlich von Mexiko. Zwischen 700 und 1400 n. Chr. lebten hier zeitweise bis zu 20.000 Menschen, mehr als im damaligen London. Die Anlage umfasste einst rund 120 Erdhügel auf einer Fläche von 1.600 Hektar. Der Monks Mound, mit etwa 30 Metern Höhe das größte prähistorische Erdbauwerk Amerikas, ist über 154 Stufen begehbar. Nur wenige Minuten vom südlichen Abschnitt der Illinois Great River Road entfernt zählt Cahokia Mounds seit 1982 zum UNESCO-Welterbe. Der Eintritt zum Gelände ist kostenfrei.
Garden of the Gods: Aussicht über den Shawnee National Forest. Auf 289.000 Hektar erstreckt sich der Shawnee National Forest im Süden von Illinois, ein Waldgebiet, das sich deutlich von den flachen Ackerlandschaften unterscheidet, für die der Bundesstaat sonst bekannt ist. Mittendrin liegt der Garden of the Gods, wo Millionen Jahre alte Sandsteinfelsen durch Wind und Wasser zu wellenförmigen Klippen, Bögen und freistehenden Türmen erodiert sind. Von den Aussichtspunkten entlang des Observation Trail reicht der Blick weit über die bewaldeten Hügel der Illinois Ozark Hills. Ihre volle Farbwirkung erreicht die Landschaft in den letzten beiden Oktoberwochen, wenn sich der Herbst über die Wälder legt.
Garden of the Gods in Illinois (c) Courtesy of the Illinois Office of Tourism.jpg
Cache River Wetlands: Illinois' verstecktes Bayou. Im Süden, nahe der Ortschaften Cypress und Belknap, liegt eine Landschaft, die eher an Louisiana erinnert als an den Mittleren Westen. Die Cache River Wetlands umfassen mehr als 45.000 Hektar geschützter Feuchtgebiete. Wer mit dem Kanu durch die Cache River State Natural Area paddelt, gleitet zwischen gewaltigen Sumpfzypressen und Tupelobäumen hindurch. Einige der Bäume sind über 1.000 Jahre alt und zählen zu den ältesten lebenden Organismen östlich der Rocky Mountains. Sonnenaufgangstouren im Frühjahr sowie Vollmondfahrten zwischen März und November machen das Gebiet zu einem der stimmungsvollsten Naturerlebnisse in Illinois.
Metropolis: offizielle Heimat von Superman. Ganz im Süden von Illinois trägt Metropolis seit den 1970ern den Titel „Home of Superman", eine Hommage an den berühmtesten Comic-Helden der USA, dessen fiktive Heimatstadt denselben Namen trägt. Im Zentrum steht eine 4,5 Meter hohe Bronzestatue des Superhelden und das ortsansässige Super Museum zeigt über 70.000 Sammlerstücke rund um die Comicfigur. Höhepunkt des Jahres ist die Superman Celebration im Juni, wenn Fans aus aller Welt nach Metropolis reisen.
Dieser Bundesstaat hält mehr als nur eine Überraschung bereit. Illinois ist ideal für Besucher, die sich sowohl für Kultur und Geschichte, als auch für Natur und Sport begeistern.
Neben den bekannten Küsten im Osten und im Westen hat die USA noch eine unbekanntere Küste im Norden: die an den Großen Seen. Diese sind so unvorstellbar riesig, dass man sich wie am Meer fühlt, wenn man am Ufer steht.