Einmal die legendäre Route 66 komplett abfahren – rund 4.000 Kilometer pure Americana – wer träumt nicht davon? Besonders jetzt, im Jubiläumsjahr, ist die Idee verlockend.
Doch nicht jeder hat die Zeit, sich drei Wochen lang auf diese epische Reise zu begeben. Die gute Nachricht: Man muss nicht die ganze Strecke fahren, um den Zauber der Route 66 zu erleben.
Die Stadt Grapevine in Texas ist mit ihrer Nähe zum Midpoint der historischen Route und ihrer günstigen Lage nahe des Dallas Fort Worth International Airport der perfekte Ausgangspunkt für kürzere, flexible Touren.
Wir stellen zwei Reiserouten vor: gen Osten Richtung Oklahoma, Missouri und Illinois und in westlicher Richtung nach New Mexico, Arizona bis nach Kalifornien.
Nach der Ankunft am Dallas Fort Worth International Airport empfiehlt es sich, zunächst ohne Mietwagen nach Grapevine zu reisen: Der Trinity Metro TEXRail bringt Reisende in nur zehn Minuten bequem vom Flughafen direkt ins historische Stadtzentrum.
Viele mieten ihr Fahrzeug bewusst in Grapevine statt am Airport, um die oft günstigeren Optionen zu nutzen, und das breit gefächerte Hotelangebot lädt dazu ein, sich vor dem Roadtrip von einem langen Flug zu erholen und die Atmosphäre der charmanten Kleinstadt zu genießen.
Mit ihrem authentischen "Vintage Texas"-Flair ist Grapevine als perfekte Einstimmung auf die Route 66 bekannt. Ein Tag auf der Historic Main Street mit ihren liebevoll restaurierten Fassaden, Bistros, Boutiquen, Handwerk und der nostalgischen Grapevine Vintage Railroad aus den 1920er Jahren setzt den Ton für die Fahrt auf der Mother Road.
Nach einem herzhaften Frühstück in der Harvest Hall und einem letzten Einkauf vor der Reise kann es losgehen!
Tag 1: Aufbruch Richtung Route 66 – Amarillo Noch bevor Reisende offiziell auf die Route 66 treffen, lohnt sich der Weg dorthin. Wer Richtung Westen startet, nimmt zunächst Kurs auf Amarillo, den inoffiziellen Startpunkt der West-Route. Die Strecke dorthin führt durch klassische Texastowns wie Decatur oder Wichita Falls, mit weiten Prärien, Country-Charme und echten Barbecue-Geheimtipps entlang des Highways. Nach 550 Kilometern wartet Amarillo mit einem der legendärsten Fotomotive, der Cadillac Ranch. Die Auswahl an Restaurants für das Abendessen reicht von mexikanischer Küche über saftige Burger bis zu klassischen, amerikanischen Gerichten.
Tag 2 und 3: Vom Midpoint der Route 66 Richtung New Mexico Kurz hinter Amarillo liegt der geografische Mittelpunkt der Route 66 in Adrian, Texas. Nach etwas über einer Stunde Fahrt führt die Route durch die Geisterstadt Glen Rio. Hier verläuft auch die Grenze zwischen Texas und New Mexiko. Nach insgesamt 450 Kilometern gelangt man nach Santa Fe, die Hauptstadt New Mexikos, die sich für einen Aufenthalt anbietet. Die Stadt ist bekannt für ihre Architektur im Pueblo-Stil, eine lebendige Kultur, fantastisches Essen sowie Museen, Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten.
Tag 4: New Mexico und Arizona Heute geht es nach Arizona. 550 Kilometer liegen zwischen Santa Fe und Holbrook, der ersten Station in dem Bundesstaat. Holbrook ist bekannt für seinen typisch amerikanischen Charme und liegt in unmittelbarer Nähe zum Petrified Forest, wo versteinerte Bäume im Licht glitzern und schimmern, sowie zur Painted Desert.
Tag 5 und 6: Arizona – von Holbrook nach Kingman Auf der circa 400 Kilometer langen Strecke von Holbrook nach Kingman, AZ reiht sich ein Highlight ans nächste. Die Landschaft ist schillernd und einsam mit Felsen, die stündlich die Farbe zu wechseln scheinen. Auf halber Strecke liegt die lebendige Collegestadt Flagstaff, die auch als "City of 7 Wonders" bekannt ist. Die heutige Endstation Kingman ist eine alte Eisenbahnstadt mit viel historischem Charme. Sie ist auch als Tor zum Grand Canyon bekannt und viele Reisende nutzen die Gelegenheit für einen Abstecher zu der gewaltigen Schlucht.
Tag 7: Die letzte Etappe bis zur Küste Noch 550 Kilometer bis zum Pazifik und zur Endstation in Santa Monica. Ein großer Teil der Strecke führt am Mojave National Preserve entlang. Die Reise endet in Kalifornien – mit dem nostalgischen Flair von Route-66-Ikonen in San Bernardino, dem Route 66 Museum in Victorville und dem großen Finale an der Küste von Santa Monica mit 6,5 Kilometern Strand und dem offiziellen Endpunkt der Route am Santa Monica Pier.
Tag 1: Aufbruch Richtung Route 66 – Texas & Oklahoma Wem der Sinn eher nach Südstaatenflair und historischen Kleinstädten steht, der fährt von Grapevine aus zunächst nordwärts nach Oklahoma City. Die Landschaft wird weiter, die Städte kleiner. Erste Stopps bieten sich in Durant oder Duncan an, bevor schließlich nach insgesamt 480 Kilometern Oklahoma City erreicht wird. Hier treffen Cowboykultur, Route-66-Geschichte und moderne Stadtviertel aufeinander – ideal für einen ersten echten "Roadtrip-Abend".
Tag 2 und 3: Von Oklahoma City nach Tulsa und Springfield Weiter geht es Richtung Tulsa, einer der kulturell spannendsten Städte entlang der Route. Art-déco-Architektur, Musikgeschichte und Museen wie das Woody Guthrie Center oder das Bob Dylan Center machen die Stadt zu einem lohnenden Zwischenstopp, der schon circa 170 Kilometer von Oklahoma City wartet. Nach der Weiterfahrt wird die Route hinter der Grenze zu Missouri grüner und hügeliger. In Springfield angekommen laden Attraktionen wie der Route 66 Motorheads Bar & Grill, Museum and Entertainment Complex, das Route 66 Car Museum und und klassische Motels zum Erkunden ein.
Tag 4: Eine kurze Etappe nach St. Louis Da die nächste Etappe recht kurz ist, können einige von Springfields Highlights noch am Vormittag besucht werden. Danach geht es nur knapp 180 Kilometer weiter in nordöstlicher Richtung in die Stadt St. Louis mit dem markanten Gateway Arch. Unterwegs erzählen restaurierte Tankstellen und Motels, klassische Diners und historische Brücken vom goldenen Zeitalter der Mother Road – darunter die berühmte Chain of Rocks Bridge. In St. Louis selbst warten die New Cathedral Basilica, Forest Park, das Museum of Transportation und das Weltkulturerbe Cahokia Mounds.
Tag 5 und 6: Das Finale – St. Louis nach Chicago Die finale Etappe von St. Louis nach Chicago ist einer der ikonischsten Abschnitte der Route 66. Schon kurz nach St. Louis führt die Strecke durch kleine Städte in Illinois, die wie gemacht sind für nostalgische Stopps: alte Courthouses, restaurierte Main Streets, klassische Diners und originale Neonreklamen.
In Chicago endet die Route 66 schließlich mit großem Finale. Die Metropole am Lake Michigan steht für Architektur von Weltrang, legendäre Musikgeschichte, kulinarische Klassiker wie Deep-Dish Pizza und eine lebendige Kulturszene. Der offizielle Route-66-Endpunkt am Grant Park ist ein beliebter Fotospot.
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