Wie die meisten Großstädte folgt auch Washington, DC einem ganz eigenen Rhythmus. Was jedoch nicht viele Metropolen von sich behaupten können: In Washington, DC hat sich dieser Rhythmus in einer eigenen Musikrichtung manifestiert, dem Go-Go. Diese energiegeladene Mischung aus afrokaribischer Percussion, Funk, Soul, R&B und afroamerikanischem Gospel feiert 2026 seinen 50 Geburtstag, und die ganze Stadt feiert mit.
Go-Go entstand in den 1970er Jahren in den Vororten von Washington, DC, und Chuck Brown, den man später den „Godfather of Go-Go“ nannte, avancierte zum prägenden Gesicht dieses Genres. Besonders live ist Go-Go ein Erlebnis, was auch zur Namensgebung führte, denn typisch ist der durchgängige Rhythmus, der auch in den Pausen zwischen zwei Songs nicht aufhört. Den Drums kommt somit eine hohe Bedeutung zu, ebenso der dynamischen Interaktion zwischen den Künstlern auf der Bühne und ihrem Publikum. Damit schaffte es Go-Go zwar nie bis in den internationalen Mainstream – was für viele Fans einen Teil des besonderen Charmes dieser Musikrichtung ausmacht – doch wurden moderner Hip-Hop und Pop von Go-Go beeinflusst.
Nicht Mainstream, aber bis heute fest in der Kultur verankert
Auch wenn viele der kleinen Clubs, in denen Go-Go einst erblühte, mittlerweile geschlossen haben, ist die Musik noch immer fester Bestandteil der kulturellen Identität der Stadt und quicklebendig; zum Beispiel im
Go-Go Museum & Café im Stadtteil Anacostia, einem bei Einheimischen beliebten Treffpunkt. Hier finden nicht nur regelmäßig Konzerte und Karaoke-Abende statt. Ein interaktiver Zeitstrahl gibt interessierten Gästen auch Auskunft zur Entstehung und Geschichte des Go-Go. Beliebte Konzerthäuser für Go-Go-Erlebnisse sind außerdem der
9:30 Club,
The Anthem im jungen Viertel The Wharf und das
Howard Theatre auf der legendären U Street, dem früheren „Black Broadway“ von Washington, DC, wo bereits in den 1910er Jahren die Karriere von Duke Ellington ihren Anfang nahm. Auch das alljährliche
DC Jazz Fest wäre ohne Go-Go nicht komplett.
Verneigung vor dem Godfather
Eine liebevolle Ehrung des Go-Go-Godfathers Chuck Brown lädt in den Nordosten von Washington, DC ein. Der Chuck Brown Memorial Park schließt sich direkt an den Langdon Park an und rückt mit einer Gedenkstätte den großen Sohn der Stadt in den Fokus. Doch anders als bei klassischen Denkmälern ist diese interaktiv gestaltet und setzt zudem mithilfe von LED-Lichtern den „Call and Reponse“-Wechselgesang in Szene.