Vier Tage in New Orleans: Jazz, Mardi Gras und jede Menge Südstaatenflair
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Vier Tage in New Orleans: Jazz, Mardi Gras und jede Menge Südstaatenflair

Teil 1: Vom ersten Spaziergang durchs French Quarter bis zum Jazz in der Preservation Hall

Letzte Änderung 29.09.2026

New Orleans ist eine Stadt, die man nicht nur besichtigt, sondern erlebt. Musik gehört hier genauso zum Alltag wie gutes Essen, jahrhundertealte Geschichten und eine gehörige Portion Extravaganz. Ich war mehrere Tage mit einer kleinen Gruppe deutscher Journalisten in der Crescent City unterwegs und habe dabei ganz unterschiedliche Seiten von New Orleans kennengelernt – vom Jazz im French Quarter über die Welt des Mardi Gras bis zu den prachtvollen Häusern des Garden District.

In vier Teilen nehme ich dich mit auf meine Reise durch New Orleans. Los geht es mit unserer Ankunft mitten im New-Orleans-Lebensgefühl und einem ersten Tag voller Jazz, kreolischer Küche, Geschichte und einer kleinen Portion Mystik.

Ankommen mitten im New-Orleans-Lebensgefühl


Schon unsere Ankunft hätte kaum passender sein können: Wir kamen am Abend des Red Dress Run in der Stadt an – und überall begegneten uns Menschen in roten Kleidern. Bei dem jährlich im August stattfindenden Charity-Event ziehen Tausende Läufer und Spaziergänger, allesamt in Rot gekleidet, durch den Marigny und das French Quarter und sammeln dabei Geld für lokale gemeinnützige Organisationen. Für uns bedeutete das: Wir waren praktisch vom ersten Moment an mittendrin im bunten New-Orleans-Lebensgefühl.

Unser Zuhause für die nächsten Tage war das Bourbon Orleans Hotel mitten im French Quarter. Die Lage könnte gerade für einen ersten Besuch in New Orleans kaum praktischer sein: Jackson Square, Bourbon Street, Royal Street und zahlreiche Restaurants, Bars und Musikclubs liegen nur wenige Gehminuten entfernt. So konnten wir viele Ecken der Stadt einfach zu Fuß erkunden.

Tag 1: Jazz, Geschichte und French-Quarter-Flair

Am nächsten Morgen machte ich das Beste aus dem Jetlag und zog schon früh los, um vor dem Jazz-Gottesdienst ein wenig die Stadt zu erkunden. Zu Fuß ging es durch das French Quarter bis zum Jackson Square. Bilder von diesem Ort hatte ich vorher natürlich schon unzählige Male gesehen – doch tatsächlich dort zu stehen und die Atmosphäre selbst zu erleben, ist noch einmal etwas völlig anderes. Mein erster Gedanke beim Spaziergang durch das French Quarter war tatsächlich: Es fühlt sich fast ein bisschen an wie eine Filmkulisse. Überall wunderschöne historische Häuser, schmiedeeiserne Balkone und farbenfrohe Fassaden, dazu diese ganz besondere Atmosphäre und schon am frühen Morgen Musik auf den Straßen. Nur dass hier eben nichts inszeniert ist, sondern all das einfach zu New Orleans gehört.
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Jackson Square am Morgen ©MReimann:WTS GmbH.jpg


Danach ging es weiter zur Our Lady of Guadalupe Church, wo unser eigentliches Tagesprogramm mit einer Jazz Mass begann. Das Kirchengebäude stammt aus dem Jahr 1826 und ist das älteste noch erhaltene Kirchengebäude New Orleans'. Und wer bei einem Jazz-Gottesdienst jetzt vielleicht an eine vor allem für Besucher inszenierte Veranstaltung denkt, liegt ziemlich falsch. Der Großteil der Gottesdienstbesucher waren Einheimische und die Musik war unglaublich mitreißend. Egal, ob man selbst gläubig ist oder nicht: Die Stimmung, die Musik und die Gemeinschaft machen diesen Gottesdienst zu einem ganz besonderen Erlebnis. 

Und weil in New Orleans Musik und Essen ohnehin kaum voneinander zu trennen sind, folgte direkt das nächste Highlight: ein Jazz Brunch im Commander's Palace. Das Restaurant im Garden District gehört seit 1893 zu den kulinarischen Institutionen der Stadt und ist für seine gehobene kreolische Küche bekannt, bei der traditionelle Gerichte aus Louisiana modern und auf sehr hohem Niveau interpretiert werden.
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Commanders Palace ©MReimann:WTS GmbH.jpg


Natürlich musste ich hier auch die traditionelle Turtle Soup probieren. Geschmacklich hat sie mich überraschenderweise ein wenig an eine kräftige Gulaschsuppe erinnert. Generell war das Essen im Commander's Palace wirklich überragend gut. Zum Dessert probierten wir unter anderem das berühmte Creole Bread Pudding Soufflé, ein luftiges Soufflé auf Basis des klassischen Brotpuddings, das mit Whiskey-Cream-Sauce am Tisch vollendet wird. Dazu gab es einen weiteren New-Orleans-Klassiker: Bananas Foster – karamellisierte Bananen mit Butter, braunem Zucker, Zimt und Rum, die flambiert und mit Vanilleeis serviert werden. Und währenddessen ziehen beim Jazz Brunch Musiker von Tisch zu Tisch. Viel mehr New Orleans auf einmal geht eigentlich kaum.

Am Nachmittag wechselten wir die Perspektive und gingen aufs Wasser. Mit dem historischen Schaufelraddampfer Creole Queen fuhren wir auf dem Mississippi mit Ziel Chalmette Battlefield. Während der Fahrt erfuhren wir mehr über rund 300 Jahre Stadtgeschichte – von der Gründung New Orleans' und dem Louisiana Purchase bis zur Battle of New Orleans. Allerdings bekamen wir an diesem Nachmittag auch zu spüren, dass wir mitten in der Hurricane Season unterwegs waren. Innerhalb kürzester Zeit setzte sintflutartiger Regen ein. Das Chalmette Battlefield konnten wir deshalb nicht wie geplant anfahren. Also blieben wir an Bord und genossen stattdessen die Fahrt auf dem Mississippi – trotz des Regens. Und irgendwie passte selbst das zu New Orleans: Pläne ändern, das Beste daraus machen und einfach weiter genießen.

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Creole Queen ©MReimann:WTS GmbH.jpg


Zurück in der Stadt wurde es deutlich bunter: JAMNOLA ist eine Mischung aus interaktivem Museum, Kunstinstallation und Erlebniswelt, die sich ganz der Kultur New Orleans' widmet. Rund 30 Ausstellungsbereiche zu Kunst, Musik, Essen und lokalen Traditionen wurden gemeinsam mit mehr als 100 Künstlern und Kreativen aus der Stadt gestaltet.Der Rundgang fühlt sich stellenweise ein bisschen an wie ein Spaziergang durch Alice im Wunderland: bunt, verspielt, überraschend und manchmal herrlich schräg. Mein persönliches Highlight war der Wunschbrunnen. Hier wartet eine fantasievolle Installation, bei der man eine Münze mit seinem Wunsch in den Brunnen werfen kann und so Teil des Kunstwerks wird. 
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Wunschbrunnen im JAMNOLA ©MReimann:WTS GmbH.jpeg
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JAMNOLA ©MReimann:WTS GmbH.jpeg

Den Abend verbrachten wir – natürlich – wieder mit Musik. In der legendären Preservation Hall erlebten wir traditionellen New Orleans Jazz in einer besonders intimen Atmosphäre. Der Raum ist klein und schnörkellos, das Publikum sitzt dicht beieinander auf einfachen Holzbänken und die Musiker spielen nur wenige Meter entfernt. Fotos und Videos während des Auftritts sind verboten. Und vielleicht ist genau das auch gut so: Man schaut nicht durch sein Handy, sondern hört einfach zu. Die Atmosphäre ist wirklich einzigartig – und bei unserem Konzert gab es sogar einen kleinen Mitmach-Part, der mir definitiv in Erinnerung bleiben wird.

Zum Abschluss wurde es noch etwas mystischer. Voodoo, Geistergeschichten, Tarot und Übernatürliches begegnen einem in New Orleans immer wieder. An verschiedenen Ecken der Stadt werden Tarotkarten- und andere spirituelle Readings angeboten. Beim Dinner im Vampire Apothecary probierten wir es selbst aus und ließen uns unter anderem Tarotkarten und Teeblätter lesen. Ob man daran glaubt oder nicht, ist dabei fast zweitrangig – als Erlebnis gehört diese mystische Seite für mich definitiv zu New Orleans dazu.

Und das war erst der Anfang

Nach diesem ersten Tag hatten wir bereits Jazz in einer Kirche und in der Preservation Hall gehört, kreolische Klassiker probiert, den Mississippi vom Schaufelraddampfer aus erlebt und einen kleinen Einblick in die mystische Seite der Stadt bekommen.
Doch eine New-Orleans-Tradition fehlte bislang noch – und zwar eine ziemlich große: Mardi Gras. In Teil 2 nehme ich dich mit hinter die Kulissen der berühmten Paraden, zwischen riesige Festwagen und schillernde Kostüme – und anschließend in ein ganz anderes, nicht weniger spannendes Kapitel der Stadtgeschichte.
Weitere Infos:
New Orleans & Company
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Kontakt für weitere Informationen:

Deborah Theis
deborah@wiechmann.de
https://www.wiechmann.de