Vier Tage in New Orleans – Teil 2: Mardi Gras hautnah
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Vier Tage in New Orleans – Teil 2: Mardi Gras hautnah

Vom Blick hinter die Kulissen des Mardi Gras bis zur Livemusik auf der Frenchmen Street

Letzte Änderung 07.10.2026

New Orleans hat viele Gesichter – und nach Jazz, kreolischer Küche, Mississippi und jeder Menge French-Quarter-Flair geht meine Reise weiter. Am zweiten Tag dreht sich vieles um eine Tradition, die wohl wie kaum eine andere mit der Stadt verbunden ist: Mardi Gras.

In vier Teilen nehme ich dich mit auf meine Reise durch New Orleans. Nachdem es in Teil 1 um unsere Ankunft und einen ersten Tag voller Jazz, Geschichte und New-Orleans-Lebensgefühl ging, schauen wir diesmal hinter die Kulissen des Mardi Gras – und entdecken anschließend noch eine ganz andere Seite der Stadtgeschichte.

Tag 2: Mitten hinein in den Mardi Gras

Nach Jazz, kreolischer Küche, Mississippi und jeder Menge French-Quarter-Flair in Teil 1 geht meine Reise durch New Orleans weiter. Der zweite Tag stand ganz im Zeichen einer Tradition, die untrennbar mit New Orleans verbunden ist – und die ich trotz all der imposanten Bilder und Videos vorher völlig unterschätzt hatte: Mardi Gras.

Los ging es allerdings mit einem echten New-Orleans-Frühstück bei Mother's Restaurant. Das Restaurant wurde bereits 1938 gegründet und ist vor allem für seinen gebackenen Schinken bekannt. Auf der Karte stehen außerdem typische New-Orleans-Gerichte wie Po'boys, Biscuits, Grits, Eggs und Crawfish Étouffée. Auf den ersten Blick wirkt manches davon erstaunlich simpel – aber genau darin liegt offenbar die Kunst. Das Essen war ausgesprochen gut und auch der Service hat uns begeistert.

Danach ging es zu Mardi Gras World. Hier entstehen die riesigen Figuren und aufwendig gestalteten Wagen, die später bei den berühmten Paraden durch die Straßen ziehen. Bei einem Rundgang konnten wir einen Blick hinter die Kulissen werfen und sehen, wie viel Handarbeit in den spektakulären Kreationen steckt. 
Und spektakulär ist hier wirklich das richtige Wort: Zwischen riesigen Köpfen, Fabelwesen, Tieren, Fantasiefiguren und überdimensionalen Requisiten gibt es gefühlt nichts, was es nicht gibt. Einhörner, Monster, Könige – was immer man sich vorstellen kann, könnte irgendwo in dieser riesigen Werkstatt stehen. Hier wird einem so richtig bewusst, welche Dimensionen Mardi Gras in New Orleans tatsächlich hat.
Mardi Gras World 3©MReimann:WTS GmbH.jpg

Zum Lunch wartete ein weiteres Stück Stadtgeschichte: Antoine's Restaurant. Das traditionsreiche Restaurant wurde 1840 gegründet und befindet sich noch heute in Familienbesitz. Und es ist der Geburtsort eines Gerichts, das mittlerweile weit über New Orleans hinaus bekannt ist: Oysters Rockefeller. Ende des 19. Jahrhunderts herrschte ein Mangel an französischen Schnecken. Jules Alciatore entwickelte daraufhin auf Basis einer Escargot-Sauce ein neues Austernrezept mit einer bis heute geheim gehaltenen grünen Sauce.  Auch darüber hinaus war das Essen vorzüglich. Und Antoine's passte perfekt zu unserem Mardi-Gras-Tag: Das Restaurant ist seit Generationen eng mit den Traditionen des Karnevals verbunden; historische Bankette und Feiern der Mardi-Gras-Gesellschaften gehören zu seiner Geschichte.
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Noch tiefer in die Welt des Karnevals ging es anschließend im Mardi Gras Museum of Costumes and Culture. Hier konnten wir nicht nur die aufwendig gearbeiteten Kostüme bestaunen, sondern selbst einige davon anprobieren. Und erst wenn man eines dieser Kostüme selbst trägt, bekommt man ein Gefühl dafür, wie aufwendig sie tatsächlich sind. Riesige Kopfbedeckungen, Federn, Pailletten, Perlen, kräftige Farben und unzählige Details – dezent ist hier definitiv nicht das Ziel. Für ein paar Minuten selbst in einem solchen Outfit zu stecken, macht Mardi Gras noch einmal auf eine ganz andere Art greifbar.
Mardi Gras Museum ©MReimann:WTS GmbH.jpg

Nur wenige Schritte entfernt führte uns das Storyville Museum in ein ganz anderes Kapitel der Stadtgeschichte. Das Museum beschäftigt sich mit dem ehemaligen Rotlichtviertel Storyville und dessen kulturellem Erbe. Auf mehr als 650 Quadratmetern wird die Geschichte des einst berühmt-berüchtigten Viertels erzählt. Wer bei einem historischen Museum jetzt an lange Texttafeln und einen eher trockenen Besuch denkt, liegt hier meiner Meinung nach völlig falsch. Ich fand das Storyville Museum unglaublich kurzweilig und spannend aufbereitet. Es vermittelt nicht nur viel über das ehemalige Vergnügungsviertel, sondern gleichzeitig über die Entwicklung New Orleans'. Für mich ist es deshalb sowohl beim ersten als auch bei einem wiederholten Besuch der Stadt eine Empfehlung.
Storyville Museum©MReimann:WTS GmbH.jpg


Nach so viel Geschichte ging es zum Dinner ins Cane & Table. Das Restaurant verbindet Einflüsse aus New Orleans mit der kulinarischen Geschichte der Karibik. Auf der Karte finden sich zum Beispiel Sweet Plantains, Crawfish Croquetas, Tamal, Arroz con Pollo oder Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten. Auch hier war das Essen wieder richtig gut.

Danach ließen wir den Abend rund um die Frenchmen Street ausklingen. Hier reiht sich Musikclub an Musikclub, und oft braucht man gar keinen bestimmten Plan: Einfach loslaufen, zuhören und dort bleiben, wo die Musik am besten klingt.
Dat Dog auf der Frenchmen St._©Stephen Young:NewOrleans.comjpg.jpg


In Teil 3 geht es raus aus dem French Quarter und Richtung City Park. Natürlich dürfen dabei auch Beignets und Café au Lait nicht fehlen. Außerdem besuchen wir einen der besonderen Friedhöfe der Stadt, backen selbst Biscuits und Beignets – und tauchen anschließend noch tiefer in die Geschichten und Legenden des French Quarter ein.
Weitere Infos:
New Orleans & Company
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Deborah Theis
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